Axel Hollmann – Asphalt. Ein Fall für Julia Wagner

Zu einem No-Brainer-Preis ergatterte ich kürzlich die Folgeromane mit Julia Wagner, der harten Foto-Journalistin, die quasi die Arbeit für die Polizei erledigt. Band 2 der Reihe von Axel Hollmann fiel meinem Urlaub zum Opfer, in dem auch ich einiges an Asphalt unter mir zurück ließ.

Julia ist mal wieder frustriert von ihrem Leben, sowohl privat als auch mit der Arbeit. Kompromittierende Fotos eines Politikers kommen bei ihrer Bekannten und Auftraggeberin nicht so gut an wie erhofft, und dann tritt auch noch der Ex-Lover (Polizist und aktuell Undercover) zurück in ihr Leben und verursacht eine Kette an chaotischen Aktionen. So vergeht eine doch rasante gute Hälfte des Romans, bevor endlich die Wahrheit auf den Tisch liegt und Julia sich um die Lösung des wahren Problems kümmern kann (oder eher muss).

Man mag eine Rockerbande als Aufhänger der Story nicht sonderlich originell finden, aber sie funktioniert hier doch gut. Der unzuverlässigen Frank als Ex-Liebhaber und Antreiber für die eigentliche Handlung ist glaubwürdig geschrieben. Bei Julia vermisse ich in einigen Szenen, wie schon im ersten Roman, ein wenig Hirn. Gerade erst Ärger mit einem (sehr einflussreichen) Politiker gehabt, da ist brennendes Licht in der Wohnung in der Nacht sicherlich der eigenen Schlamperei zuzurechnen (wobei dies meine Annahme wegen Dummheit …). Oder von einem Tatort mit dem Motorrad abhauen zu wollen, dessen Nummernschild sich ein Polizist sicherlich nicht merken kann.

Ja, mit der Protagonistin werde ich mich wohl nicht wirklich identifizieren können. Aber auch dieser Roman ist unterhaltsam und so einige Charaktere sehr interessant beschrieben. Entsprechend wird auch der dritte Fall unter meine Augen fallen, zumal das Buch ohnehin schon gekauft ist.

Boris Maggioni – Ja, wir leben in einer Simulation

Ein Sachbuch? Nun, zumindest steht es so auf dem Cover. Etwas ungewöhnlich und ich weiß leider auch nicht mehr, woher ich den Hinweis auf dieses Buch habe. Boris Maggioni war mir vorab als Autor nicht bekannt. Er schreibt sowohl Romane als auch Ratgeber diverser Natur (unter anderem über das Schreiben). Mit “Ja, wir leben in einer Simulation” greift er die Simulationshypothese von von Nick Bostrom auf und legt dar, warum er diese für plausibel hält. Der Klappentext spricht davon, zu erfahren, was die Wissenschaft zu dem Thema zu sagen hat. Leider beginnt das Buch schon mit einem fachlichen Fehler: der Autor spricht von der Simulationstheorie. Eine Hypothese ist jedoch keine Theorie. Es gibt keine Beobachtungen, anhand derer man die These belegen könnte.

Grob gesehen, würde ich dem doch kurzen Buch zugestehen, dass es recht humorvoll geschrieben ist. Dabei springt Maggioni recht häufig zwischen verschiedenen Gedankengängen hin und her, so dass es manchmal schwer fällt, eine konkrete Beziehung zwischen den einzelnen Aussagen zu erkennen. Die Kernaussage ist meines Erachtens, dass jeder sein Leben, ob es nun real oder simuliert ist, bejahen und “etwas daraus machen” soll (wobei der Autor auch hier schon ein paar Ideen hat, was dies sein könnte, wie man am Beispiel Elon Musk erfährt). Die auf diversen Annahmen gemachte Aussage, dass in einer möglichen Zukunft potentiell so viele Simulationen der menschlichen Geschichte per KI usw. durchgeführt werden, dass der Aufenthalt in der heutigen Realität daneben eher unwahrscheinlich ist, ist genau so möglich oder unmöglich, wie Konjunktive und Fragezeichen hinter dieser Annahme stecken.

Sebastian Fitzek – Passagier 23

Ist es eigentlich verkehrt, hier von dem deutschsprachigen Vorzeigeautor in Sachen Thriller zu spreichen. Zumindest jedoch hat es Sebastian Fitzek schon mehrfach auf die deutschen Bestsellerlisten geschafft. Zuletzt hatte ich seine beiden Augensammler-Bücher verschlungen, von denen ich ja begeistert war. Nun also wieder mal ein Fitzek auf meinem Reader, dem ich meine volle Aufmerksamkeit widmete.

In Passagier 23 greift er ein Thema auf, das dieses Jahr interessanterweise mehrfach auch im echten Leben ins Rampenlicht gezogen wurde: Selbstmorde auf Kreuzfahrtschiffen. Bzw. allgemeiner das Verschwinden von Leuten, denn nicht immer sind sie dann ja auch tot. In dem Roman untersucht ein recht kaputter Kommissar in Eigenregie die merkwürdigen Vorfälle um Selbstmorde auf einem solchen Schiff, auf eben jenem auch seine Frau sich selbst und ihrem gemeinsamen Sohn das Leben genommen haben soll. Recht schnell wird klar, dass hier ein Serienmörder am Werk ist und das Meer ein toller Ort ist, um Leichen loszuwerden.

Insgesamt las sich der Roman flüssig und auch recht spannend. Wahrlich gespickt mit Wendungen und Enthüllungen, von denen ich zumindest kaum eine vorhergesehen habe. Leider jedoch haben mich die Charaktere ziemlich enttäuscht. Keiner von ihnen hat mich von sich eingenommen, kein Protagonist, mit dem ich mich nur annähernd identifizieren oder zumindest mit dem ich mitfiebern konnte. Ich habe die gesamte Handlung irgendwie sehr distanziert von mir als Leser empfunden. Was im Endeffekt zu einem eher unzufriedenen Leseerlebnis geführt hat.

Diesmal also leider nicht so meins, dieser Fitzek. Technisch toll, atmosphärisch eher dünn.

Jeff Abbott – Adrenaline (Sam Capra 1)

Early this year I stumbled upon Jeff Abbott and his Sam Capra series. So I got hold of book 1 and recently it reached the top of my (endless?) stack of books to read. So it’s all about Adrenaline and what started the book adventures of former CIA-Agent Sam Capra. Actually, it starts at the point in his story, where he stopped being a CIA-Agent.

Sam just escapes a bomb attack on a CIA meeting, by being urged by his pregnant wife to leave the building. Consequently, he is first treated as suspect by the CIA in cooperation with his wife. He denies and also does not believe in his wife being a terrorist. And naturally he starts hunting the man he thinks responsible for the bombing and the abduction of his wife and unborn child. On his way, he joins some operatives having a similar goal.

Adrenaline is an action packed, high-paced thriller. And while the hero is kind of a fighting machine, he never appears to be a super human but a highly skilled anyone. The story evolves to a rollercoaster for Sam, where loosing and winning are held in balance. Of course, he solves the background to the bombing and about the attackers, not without some nice twists towards the end of the story.

I loved how Abbott describes the scenes and settings for Capra’s actions. The language is partially harder but not rough or overly brutal, even with quite a bunch of people dying on the way. There will surely be more of Sam Capra on my reader in the future.

Adam Rifkin – Look

Just a few weeks ago I held Director’s Cut in my hands, a movie by Penn Jilette, directed by Adam Rifkin, co-funded by me (well, it’s a crowdfunded movie and I supported it with a dime or two). In their talk about the movie, Penn mentioned Look, a movie done by Adam that caused Penn to contact him for Adam becoming his director for Director’s Cut. Anyways, about 10 days ago I found that the big online store in the US does have a copy of the movie and ships to Germany. Well, yesterday the DVD arrived at my home.

So into my player and on goes a ride of admiration. The movie tells several intertwined stories showing the intrigues and fates and plots of “everyday” people, among them sex addicts, cheaters, murderers, bullies, and kidnappers. Ok, does not really read like “everyday” poeple. So we get rated and violent scenes, but also sad and funny pictures. In parts, maybe a dream come true for voyeurs. All the footage allegedly taken by surveillance cameras (it’s not, but definitely looks like it). Besides this interesting point of view, the singles stories and how they connect with each other is kind of brilliant. And seeing the deleted scenes, the film is definitely cut to the point. (Pity though, Adam cut himself out acting as drive-in worker.)

It was also funny to see Hayes MacArthur again (whom I’ve seen in Director’s Cut) and Jamie McShane (who had a major role in Bosch last season, previously on Grimm, Breaking Bad, Thor). But that’s just me. One might know better of Chris Williams (Californication) or Rhys Coiro (The Walking Dead, Hostages, 24). So quite some names on this movie, too.

To close this up, I love what Adam Rifkin did here. And surely, after watching, one might get more cautious on one’s actions, as every step might be caught right on camera. Oh, look! And then there is a series as well…

Have a break, have a KitCoke

(based on an Idea by Judith Noack)

Alex Thomas – Das Labyrinth des Blutes

Ist es der Fluch des zweiten Teils einer Serie (wie Indiana Jones und Star Wars V) oder bin ich bei diesem Roman einfach zu überkritisch? Eine Frage, die ich auch nach einigen Tagen nicht wirklich beantworten kann. Das Labyrinth des Blutes ist so ein zweiter Teil und setzt die Story um Agentin Paula Tennant fort.

Es geht wieder um einen Serienmörder. Nun, eigentlich um 15  Serienmörder (wenn ich mich nicht verzählt habe). Wobei derjenige, den Paula jagt, eben Serienmörder umbringt. Und zwar so geschickt, dass keiner den Killer fassen kann. Natürlich kommt die Agentin dem Antagonisten gefährlich nah und lässt sich auf ein tödliches Spiel ein. Im Zuge der Ermittlungen werden noch andere Dinge aufgedeckt, ein Kniff, der solche Thriller erst recht interessant macht.

Warum nenne ich mich selbst nun also überkritisch? Im Ersten Roman habe ich mit Paula Tennant eine agile, emotionale und schlaue Protagonistin kennengelernt. Im Nachfolger hat sie ein wenig Anlauf gebraucht, bis ihr Charakter wieder präsent war. Das passt wohl auch zuden Erlebnissen aus Die Tränen der Kinder. Im Gegensatz zur ersten Story hatte Paula im zweiten Buch jedoch keine Chance, die Verbrechen aufzuklären. Nur mit Hilfe des Täters selbst gelang schlussendlich der Erfolg. Eine weitere Stelle, die mich störte, war der dritte Mord, der ohne weitere Aufklärung nicht in die Serie des Täters passte.

Der Roman an sich liest sich duchweg spannend und auch die Charaktere sind wieder wunderbar gestaltet. Eine Ausnahme ist eine sich abzeichnende Romanze, die mich von Situation und den Charakteren her zu stark an die Catherine Bell Reihe erinnert. Man spürt dem Roman auch an, dass er eine Brücke zum nächsten Teil darstellt. Und so verbleiben einige Fäden am Ende lose.

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