Boris Maggioni – Ja, wir leben in einer Simulation

Ein Sachbuch? Nun, zumindest steht es so auf dem Cover. Etwas ungewöhnlich und ich weiß leider auch nicht mehr, woher ich den Hinweis auf dieses Buch habe. Boris Maggioni war mir vorab als Autor nicht bekannt. Er schreibt sowohl Romane als auch Ratgeber diverser Natur (unter anderem über das Schreiben). Mit “Ja, wir leben in einer Simulation” greift er die Simulationshypothese von von Nick Bostrom auf und legt dar, warum er diese für plausibel hält. Der Klappentext spricht davon, zu erfahren, was die Wissenschaft zu dem Thema zu sagen hat. Leider beginnt das Buch schon mit einem fachlichen Fehler: der Autor spricht von der Simulationstheorie. Eine Hypothese ist jedoch keine Theorie. Es gibt keine Beobachtungen, anhand derer man die These belegen könnte.

Grob gesehen, würde ich dem doch kurzen Buch zugestehen, dass es recht humorvoll geschrieben ist. Dabei springt Maggioni recht häufig zwischen verschiedenen Gedankengängen hin und her, so dass es manchmal schwer fällt, eine konkrete Beziehung zwischen den einzelnen Aussagen zu erkennen. Die Kernaussage ist meines Erachtens, dass jeder sein Leben, ob es nun real oder simuliert ist, bejahen und “etwas daraus machen” soll (wobei der Autor auch hier schon ein paar Ideen hat, was dies sein könnte, wie man am Beispiel Elon Musk erfährt). Die auf diversen Annahmen gemachte Aussage, dass in einer möglichen Zukunft potentiell so viele Simulationen der menschlichen Geschichte per KI usw. durchgeführt werden, dass der Aufenthalt in der heutigen Realität daneben eher unwahrscheinlich ist, ist genau so möglich oder unmöglich, wie Konjunktive und Fragezeichen hinter dieser Annahme stecken.

schulz

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