Franziska Steinhauer – Ferienhaus für eine Leiche

3938568739_mWer denkt bei der Bezeichnung “Schwedenkrimi” nicht an Henning Mankell oder Håkan Nesser und deren eigentümliche Kommissare? Entsprechendes vermutete ich also hinter dem Roman Ferienhaus für eine Leiche von Franziska Steinhauer. Leider lag ich doch einige Meter daneben, auch wenn es hier unter anderem um einen Kriminalfall ging und auch ein Kommissar mitspielte. Ausgangspunkt sind der Mord an eine tyrannische alte Mutter und eine Leiche auf dem Dachboden eines Ferienhauses. Kommissar Lundquist und sein Team nehmen die Ermittlungen auf.

Die Handlung an sich ist ein wenig verdreht, was Leser und Kommissar angeht. Wer die Serie Columbo kennt, weiß, was ein Howcatchem-Krimi ist: der Leser weiß im Groben bescheid und es geht nur noch darum, wie der Ermittler den Täter überführt. Hier ist das ein wenig anders, denn die Autorin führt nicht den Leser sondern eher den Kommissar mit einigen “Wendungen” in die Irre. Der Protagonist Lundquist erscheint dabei recht sympathisch, wenn auch von einer Krankheit geplagt, die er zunächst geheimhält. Aber leider finden sich auch einige Stereotypen wie ein cholerischer Polizeichef und eine extrem neugierige Kaffeetante wieder.

Vom Schreibstil her ist der Roman sehr gefällig. Die Story ist schön und leicht humorig geschrieben und ich fühlte mich einigermaßen unterhalten. Allerdings fehlt der Erzähung jedwede Spannung, sei es aktions- oder ermittlungstechnisch, was für einen Kriminalroman in meinen Augen essentiell ist. Ein Mitraten oder -ermitteln ist ebenfalls nicht möglich. Insgesamt erinnert mich das Ganze eher an einen Heimatroman mit beiläufigem Todesfall.

 

schulz

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